Sterben und Vertreibung der Deutschen im Osten
In 13 Kapiteln schildert er das Sterben und den Leidensweg der Vertriebenen
in den fünf Jahren aus der entmenschten Mitte des 20. Jahrhunderts.
Aus der emotionslosen kritischen Distanz eines Historikers entstehen Schreckensbilder
jener Zeit, die ihren Die Tragödie, die sich auf dem eisbedeckten Frischen Haff abspielt und die ausweglose Lage der Bewohner Königsbergs, Danzigs und anderer Städte, wird anhand von Einzelschicksalen aufgezeigt. Die Menschen, die beim Vordringen der Roten Armee im Frühjahr 45 zwischen Oder/Neiße und EIbe zurückbleiben, sind der Willkür unentwegt ausgesetzt und leiden unter größter Not und unsäglicher Angst. Als die Waffen zu ruhen beginnen, erwächst in den Tschechen, die während des Krieges in ihrem Land unbehelligt und wie die Maden im Speck leben konnten, ihr bis dahin zurückgehaltenes "Heldentum". Sog."Revolutionsgarden" bemächtigen sich der von den Soldaten abgelegten Waffen und morden bestialisch deutsche Zivilpersonen und waffenlose Soldaten, nachdem Bene den Befehl zur Ausrottung und Vertreibung der Deutschen gegeben hat. Während der sog. "wilden Vertreibung" müssen Tausende schuldloser Menschen sterben, ebenso viele werden über die Grenzen ins besiegte Deutschland gejagt, ehe die Siegermächte in Potsdam anmahnen, daß die Vertreibung auf "humane" Weise vollzogen werden soll. Über 200.000 Deutsche sterben während der Vertreibung aus dem Sudetenland, in Ostdeutschland verlieren über 16 Millionen Haus, Hof, Habe und Heimat. Diese Zahl entspricht der Einwohnerzahl von Norwegen, Schweden und Finnland zusammengenommen. Mißhandlungen und Gewalttaten, Strapazen, Epidemien, Deportationen und Hinrichtungen haben über 2,5 Mill. Menschen das Leben gekostet. Der tschechische Präsident Bene gewährt sogar durch Dekret allen Tschechen, die geplündert, geraubt, vergewaltigt und gemordet haben, volle Amnestie, die heute noch Gültigkeit hat. Der Autor beginnt jedes Kapitel mit einer Schilderung der strategischen Lage der kämpfenden Truppen, zeigt auf, wie nutzlos Widerspruch der Heerführer bei Hitler ist, wie die Übermacht der Sowjets mit Hilfe amerikanischen Kriegsmaterials von Sieg zu Sieg eilen und baut in die Abhandlung Einzelschicksale der Betroffenen ein. Die Quellen, die er benutzt, sind authentisch. Sie reichen von "Dokumente der Vertreibung der Deutschen aus Ost-Mitteleuropa, Bonn/München" über die Autobiografien von Guderian und Churchill bis zu den Werken von Thorwald, Sabik, Irving, De Zayas und Bacque, um nur die wichtigsten zu nennen. Ehe man das Buch, - erschüttert -, aus der Hand legt, sollte man
bedenken, daß mit dem Autor die Reihe ausländischer Historiker,
die sich um eine objektive Darstellung des Kriegs- und Nachkriegsgeschehens
in Deutschland bemühen, einen bedeutenden Mitstreiter gefunden hat,
während die hierzulande geübte political correctness auch manchen,
der es "wissen müsste", in behüteter Deckung verweilen
läßt.
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